Kegelclub 301
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1997 in Fulda |
von links: Wolfgang Aderhold, Reinhard Töpler, Achim Wygold, Wolfgang Tröger, Roman Bonczyk
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von links: Reinhard Töpler, Achim Wygold, Klaus Golisch, Jürgen Osbahr, Peter Primavesi
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Zur Gründung des Clubs
Anfang der 50-er Jahre wurde das Siemens-Büro in Osnabrück ausgebaut und durch Versetzungen aus Münster, Dortmund und Essen personell verstärkt. So entstand bei den heimischen und den zugereisten Kollegen der Wunsch, auch nach Feierabend ab und zu mal zusammen zu sein, um privat sich etwas näher
kennen zu lernen.
Was liegt in solch einem Fall näher, als auf die Kegelbahn zu gehen, denn dort kann man bei Bier und Spiel mit den Kollegen, auch Gedanken austauschen. So wurde im November 1956, das genaue Datum läßt sich beim besten Willen nicht mehr feststellen, eine Kegelbahn angemietet und ein Kreis von Siemens-Kollegen fand sich zusammen, um mit einer Kugel möglichst viele Kegel, im Höchstfalle jedoch „9“ umzuwerfen.
Dieser Kreis wurde dann durch die Teilnahme weiterer Kollegen größer und die
Kegelabende zu einer ständigen Einrichtung. Auch eine Kegelbahn wurde nach
verschiedenen Versuchen in diversen Gaststätten fest gebucht. Man einigte sich auf eine Kegelbahn, die ganz in der Nähe zum Siemens-Büro, damals in der Möserstraße, lag, nämlich die Bahn der „Gaststätte Liese“ in der Seminarstraße.
Man kann es sich heute nicht mehr vorstellen, aber damals mußte zu jedem
Kegelabend ein Kegeljunge bestellt werden, der die Kegel mit der Hand aufzustellen hatte. Eine automatische Kegelbahn mit kompletter Anzeige der einzelnen Würfe und der Addition der einzelnen Kegel, wie es heute selbstverständlich ist, das gab es damals noch nicht. Darüber hinaus mußte aber auch noch ein Kegelbruder jeden Wurf aufschreiben und die Spielabrechnung machen.
Gekegelt wurde nach Dienstschluß ab 17.30 Uhr, zunächst an jedem Mittwoch, dann 14-tägig am Donnerstag. Um 20.00 Uhr wurden dann die Stühle und die Spiele
gewechselt, denn es war üblich, den angebrochenen Abend mit Skat zu beenden.
eblieben sind bis heute die Anfangszeit, das Ende des Spiels und der Wochentag. Gewechselt wurde 1968 nur die Gaststätte, denn Familie Liese gab das Lokal auf, und so mußte zwangsweise eine andere Bahn gefunden werden. Nach Probekegeln auf diversen Bahnen wurde beschlossen, die Kegelbahn in der Gaststätte „Zum Adlerhorst“ in der Lerchenstraße als Stammsitz zu wählen. Bis heute wird auf dieser automatischen Kegelbahn, die aber technisch nicht mehr dem letzten Stand entspricht, gekegelt.
Während bei den Kegelbahnen eine gewisse Treue und Konstanz zu vermerken ist, ist die personelle Besetzung des Kegelclubs seit Anfang des Bestehens starken
Veränderungen unterworfen worden. Durch Versetzungen, aus familiären Gründen usw. wurden der „NEUEN“ im Laufe der Zeit doch recht viele. In den letzten Jahren mußten wir aus dem Ablauf des Lebens bestimmenden Gründen auf einige Kegelbrüder verzichten. Deshalb wurde versucht, den Kegelclub wieder auf eine angemessene Zahl von Kegelbrüdern zu bringen, um einen geregelten Kegelbetrieb aufrecht zu erhalten. An anderer Stelle wird versucht, die Namen aller ehemaligen Kegelbrüder zusammenzustellen. Hervorzuheben ist aber unbedingt, daß alle
Kegelbrüder dem Siemens-Büro Osnabrück angehört haben und, bis auf geringe
Ausnahmen, eine Harmonie geherrscht hat, die jedem Kegelbruder etwas gegeben hat.
Soweit man sich erinnern kann, mußten wenig Kegelabende wegen zu geringer Beteiligung abgesagt werden! Gastkegler waren immer gern gesehen, nicht nur
wegen der Pflichtrunde Bier; sondern auch wegen des Gedankenaustausches.
Stammhausbesucher im TB-Osnabrück wurden selbstverständlich zum Kegelabend
eingeladen. Es wird erzählt, daß Siemens-Kollegen aus anderen Büros oder aus dem Stammhaus ihre Besuche so legten, daß eine Teilnahme am Kegeln möglich war.
( Auszug aus der beachtenswerten Chronik von Joachim Wygold, die er jährlich aktualisiert )
Die Pokalgewinner seit 2000:
| 30.03.2000 Klaus Golisch | 103 |
| 09.11.2000 Reinhard Töpler | 106 |
| 29.03.2001 Roman Bonczyk | 122 |
| 11.10.2001 Jürgen Osbahr | 129 |
| 23.05.2002 Reinhard Töpler | 122 |
| 10.10.2002 Klaus Golisch | 108 |
| 24.04.2003 Reinhard Töpler | 115 |
| 09.10.2003 Reinhard Töpler | 123 |
| 08.04.2004 Roman Bondczyk | 120 |
| 07.10.2004 Achim Wygold | 114 |
| 07.04.2005 Wolfgang Tröger | 108 |
| 06.11.2005 Reinhard Töpler | 113 |
| 06.04.2006 Klaus Golisch | 85 |
| 21.09.2006 Achim Wygold | 123 |
| 05.04.2007 Achim Wygold | 101 |
| 05.10.2007 Jürgen Osbahr | 104 |
| 17.04.2008 Reinhard Töpler | 128 |
| 02.10.2008 Achim Wygold | 117 |
| 02.04.2009 Klaus Golisch | 123 |
| 01.10.2009 Peter Hölzen | 117 |
| 18.03.2010 Achim Wygold | 132 |
| 30.09.2010 Klaus Golisch | 94 |
| 09.12.2010 Reinhard Töpler | 107 |
| 03.03.2011 Klaus Golisch | 126 |
| 12.05.2011 Reinhard Töpler | 108 |
| 01.09.2011 Achim Wygold | 146 |
| 24.11.2011 Reinhard Töpler | 90 |
Der Kegelabend am 1.9.2011 (Pokalkegeln) war etwas besonderes,
haben doch 3 Mitkegler über 130 Punkte geschafft!
Das Jahr 2006 war ein besonderes in der Historie des Kegelclubs:
Der Club wurde 50 Jahre alt, wir haben mit unseren Frauen dieses Ereignis gefeiert.
Wolle hatte einen Busausflug im September nach Königswinter gebucht, dort wohnten wir mit 2 Übernachtungen im Hotel Maritim.
| Die Geschichte des
Kegelns
Von Andreas Herrmann erstmals veröffentlicht in der Kegelzeitung "10 Jahre Blaue Kugel (1984-1994)" Kegeln (chegil, bossen. Kegelwerfen) zählt zu den beliebtesten Wettkampf- und Gesellschaftsspielen. Schon im alten Ägypten war das "Rollen mit dem Stein" bekannt. Teile eines Kegelspieles fand man bei Ausgrabungen eines Kindergrabs. Auch in anderen Grabstätten sind Kegelszenen, auf Wandreliefs abgebildet, gefunden worden. Aus Überlieferungen ist bekannt, daß selbst die Germanen beim "Stein-Ziel-Werfen" auf drei, sieben oder neun Kegelknochen wetteiferten. Dabei sollten einerseits die stets allgegenwärtigen Dämonen vertrieben und die körperliche Ertüchtigung gepflegt werden. In Europa lässt sich das Kegeln bis in die Mitte des 12. Jahrhunderts zurückverfolgen. "Nur diente es damals einem völlig anderem Zweck. Es liegt in der Natur der Sache, dass es leicht ausartet und niedere Instinkte weckt." so ein Geschichtsforscher. Die erste Erwähnung des Kegelns wurde in der Chronik der Stadt Rothenburg gefunden. Ein junger Mann aus gutem Haus, der große Summen verloren hatte, wurde 1157 von seinem Onkel zu folgendem Gelöbnis gezwungen "zehn Jahre lang kein Spiel, sei es Würfeln oder Kegeln oder andere Spiele, womit man seinen Mitmenschen Verlust bringt." Bei Nichteinhaltung drohte ihm der Verweis aus der Stadt und der Einzug seines gesamten Vermögens. Der Missbrauch des Kegelns wurde auch durch ein Gedicht des Rektors Hugo von Trimberg Mitte des 13. Jahrhunderts belegt, in welchem er gegen das Kegeln zu Felde zog. Auch dem Braunschweiger Stadtrecht von 1232 kann man entnehmen, "dass derjenige ein schlechter Mensch sei, der Vagabunden und Kegelspieler mehr als eine Nacht bei sich aufnimmt". 1265 erwähnte eine Handschrift aus Xanten die sogenannten "frateres kegelo-rum" (Brüder des Kegelns), eine Gilde, zu deren Beitritt die Aufnahmegebühr in Form von Naturalien entrichtet werden musste. Die Spielregeln waren zu dieser Zeit fast völlig offen. Anfangs wurde eine Kugel nur auf einen Gegenstand geworfen oder gerollt. Später waren es dann 11 Gegenstände, die bereits den heutigen Kegeln ähnelten. Das Spiel fehlte auf keinem Jahrmarkt, keinem Kirchweihfest und keiner Hochzeit. Es diente der Belustigung von jung und alt, arm und reich. Bei so viel Eifer traten die sportlichen Ziele immer mehr in den Hintergrund und es wurde letztlich um Gut und Geld gespielt, so daß im Verlauf der Geschichte von Stadt-und Gemeindeverwaltungen des öfteren Verbote gegen das Wettkegeln "einer kleineren Anzahl notorischer Spieler und Betrüger" ausgesprochen wurden, denn es ging derb, ja zuweilen sogar gewalttätig beim Kegeln zu. Durch den gewaltigen Durst der Kegelbrüder kam es nicht selten zu Raufereien und sogar Messerstechereien waren an der Tagesordnung. In England zum Beispiel ordnete 1388 König Richard 2. per Erlass an, "Fußball und andere Spiele ganz und gar zu unterlassen, als da sind Diskus werfen, Stein stoßen, Kegeln...". Dennoch blieb das Kegeln vor allem bei Geistlichen, Fürsten und Stadtvätern sehr beliebt und wurde auch bei Volksfesten stets in einer harmlosen Form weiterbetrieben. Pikanterweise überdauerte das Kegeln die Zeit der Verbote und fand Eingang in die Gesellschaft durch die geistliche Obrigkeit. In vielen Klöstern verkörperte Kegeln das Böse und so hatte man wenigstens einen guten Grund, das "Heidenwerfen" (Heidentöten) weiter zu betreiben, zumindestens bis zur Zeit der Reformation. 1529 stand in der Reformationsverordnung der Stadt Basel "kein Kegeln an Sonn- und Feiertagen während des Gottesdienstes und vor 13 Uhr". Als das Kegelspiel wieder erlaubt war, wird zunächst ausschließlich in die Vollen geworfen, wobei nach jedem Wurf neu aufgestellt werden musste. Das war jedoch recht anstrengend für die Kegeljungen und außerdem recht zeitraubend. Als Erleichterung wurde dann das Abräumen erfunden, bei dem erst wieder aufgestellt wurde, bis alle Kegel getroffen waren. Bis ins 18. Jahrhundert wurde ausschließlich im Freien gekegelt. Gesellschaftsfähig wurde das Kegeln erst durch Einführung einer Kegelordnung gegen Ende des 18. Jahrhunderts. 1786 schrieb der Berliner Arzt und Gelehrte Johann Georg Krünitz in seinem 242 bändigen Lexikon erstmals von "13 Regeln für das Kegeln", die unter anderem noch heute Gültigkeit haben, z.B. dass nicht übergetreten werden darf und die Kugel vor einer bestimmten Markierung aufgesetzt werden muss. Schiller und Goethe waren eifrige Anhänger des Kegeins. Eng verwandt mit dem Kegeln ist Bowling. Süddeutsche Einwanderer konnten in den USA nicht auf ihre "Lattenbahn" verzichten und führten das Spiel in Nordamerika ein. Aber auch in der Neuen Welt gab es Probleme mit dem Kegeln. 1837 verbot in Hartford/ Connecticut der Staatsgerichtshof " das Spiel auf neun Kegeln", Die Begeisterung an diesem Spiel brachte die Kegler dann aber auf die Idee, durch einen zehnten Kegel das Verbot zu umgehen. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts kam es dann zu ersten Clubgründungen mit regelmäßigem Kegeln. Zuerst war deren Anliegen, die Bedürfnisse zu unterstützen, aber schon bald traten die sportlichen Ziele in den Vordergrund. 1885 wurde von den Clubs der "Zentralverband deutscher Kegelclubs" gegründet. 1887 wurde er in "Deutscher Kegelbund" umbenannt. Es wurden einheitliche Maße der Bahnen und Kugeln eingeführt, eine Kegelsport-Ordnung beschlossen und 1922 erstmals deutsche Meisterschaften in Frankfurt a.M. ausgetragen. Dem wachsenden Interesse trug man dann im Jahr 1952 Rechnung und gründete in Hamburg die Federation Internationale des Quilleurs (FIQ) als internationalen Dachverband, welcher 1973 mit mehr als 60 nationalen Sportkegelverbänden zwei selbständige Förderationen beschloss, die Nine-Pin-Assoziation (NPA), welche alle Länder vertritt, die das Kegeln auf neun Kegeln betreiben (Asphalt, Schere und Bohle), sowie Ten-Pin-Assoziation (TPA), welche sich um die Belange des Bowling kümmert. 1979 erklärte die 81. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) in Montevideo das Asphalt- und Bowlingkegeln für olympiafähig.
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