Eine Seereise mit der A`ROSA BLU nach St.Petersburg
(alle Digital-Fotos können durch anklicken vergrössert werden)
Anfang 2003 wurden wir auf Grund eines Angebotes von Seetours neugierig, mit dem Kreuzfahrtschiff A`ROSA BLU eine Woche durch die Ostsee zu reisen. Anlaufhäfen sollten sein: Tallinn ( früher Reval, die estnische Hauptstadt ), St.Petersburg mit 300 Jahrfeier und auf der Rückreise noch Gdansk, das frühere Danzig. Wir haben uns, auch aus preislichen Gründen, für eine Innenkabine entschlossen und alles in unserem Reisebüro gebucht.
Am 7. Juni war es dann soweit, nach einer etwas stressigen Anreise nach Warnemünde standen wir dann vor dem riesigen Schiff. Einchecken ab 16 Uhr, freundliche Helfer nahmen uns vorher das Gepäck ab, nach dem üblichen Sicherheitscheck bekamen wir unsere Bordkarten, auf die dann noch ein Foto digital versteckt von uns gespeichert wurde. An der Gangway spielte eine Jazzband zur Begrüssung und dann der Gang zur Kabine. Hier erwartete uns ein recht grosser Raum mit Doppelbetten und einem schönen Bad samt Dusche. Bademäntel, ein Kühlschrank, Fernseher, Infomaterial, alles machte einen guten und sauberen Eindruck. Das Schiff wurde vor einem Jahr grundüberholt und umgetauft. ( nun haben wir erfahren, daß das Schiff im nächsten Jahr AidaBlu heissen soll, Seetours kennt die Gründe sicherlich )
Um 20 Uhr legte das die A`ROSA BLU dann ab und mit der Schiffssirene und vieler kleiner Begleitboote ging es auf die See hinaus. Meine Befürchtung, man würde den 1200 Passagieren überall begegnen, stellte sich als wenig störend heraus, es verteilten sich alle auf 7 Restaurants und fast ebensoviele Bars. Auch Plätze auf den Liegen am Pooldeck gab es immer, und in den Restaurants hatte man nur zu den Hauptzeiten etwas Mühe, einen freien Platz zu finden. Wir haben fast immer unsere Mahlzeiten im "Buena Vista" Restaurant eingenommen, hier hat man einen schönen Seeblick und kann sich nach Lust und Laune an den reichlich bestückten Buffets bedienen. Wasser, Tischwein und Bier ist inklusive und schont die Urlaubskasse. Dafür ist ein abendlicher Barbesuch, wenn nicht in der "HappyHour" von 18-19 Uhr, eher im höheren Preissegment. Das Personal ist überall zur Stelle, viele sehr freundliche Philippinos mit geringen Deutschkenntnissen. Die Offiziere und ein Teil der Mannschaft ist deutscher Herkunft, obwohl das Schiff als Heimathafen London hat. Das Verhältnis Passagiere zu Mannschaft war so circa 2:1, was ja bei der Bewertung von Kreuzfahrtschiffen eine Bedeutung haben soll. Alles in Allem haben wir uns dort an Bord sehr wohl gefühlt
Nun zu den Landausflügen, erste Station war Tallinn ( leider regnete es etwas beim Stadtrundgang ). Die Bilder sollen einen kleinen Eindruck dieser estnischen Hauptstadt vermitteln, früher als Reval bekannt.
Sankt Petersburg
Nach einem Tag auf See mit einem abwechslungsreichen Bordprogramm erreichten wir den Industriehafen von St.Petersburg. Leichtes Chaos beim Ausschiffen, denn die russischen Behörden verzögerten die Gruppenvisa-Genehmigungen. In der Wartezeit spielte eine wackere Hafenblaskapelle und vertrieb uns etwas die Zeit mit flotten Melodien. Im Ausflugsprogramm waren viele Möglichkeiten gegeben, die zwei Tage dort auszufüllen. Wir buchten eine Stadtrundfahrt mit Isaak-Kathedrale am ersten Tag und einen Ausflug zum Katharinenpalast im Ort Zarskoje Selo am zweiten Tag, denn dort war unter anderem das Bernsteinzimmer zu bestaunen. Leider regnete es in Strömen während der Stadtrundfahrt, so dass wir nur wenig sehen konnten von den vielen restaurierten Gebäuden der Stadt. Der Panzerkreuzer "Aurora", die Nikolaus-Kathedrale und weitere Gebäude sahen wir, aber auch einen Souvenirshop mit vielen teils kitschigen Andenken. In den Randgebieten jedoch viel Armut und verfallene Gebäude, uralte Strassenbahnen und Autos. Ein krasser Gegensatz also zu der rausgeputzten Innenstadt.
Zarskoje Selo ( Puschkin )
Unser zweiter Ausflug führte uns in die ehemalige Sommerresidenz des Zaren, in den Katharinenpalast. Der Weg dorthin etwas ausserhalb von St. Petersburg (25 km) führte am Flughafen vorbei über eine Anhöhe in das Örtchen Zarkskoje Selo. Auch hier eine Musikkapelle zum Empfang und trotz des frühen Morgens waren schon leichte Schlangen von Besuchern an den Eingängen. Nach kurzem Warten mussten wir uns Plastik-Schuhschoner anziehen und schon ging es mit unserem russischen Guide durch die prächtigen Räume des Palastes. Uns hat es erschlagen, welche Pracht und welcher Aufwand damals getrieben wurde, unfassbare Kostbarkeiten waren zu sehen. Und als Höhepunkt dann das sogenannte 8.Weltwunder, das Bernsteinzimmer. Plötzlich steht man da drin und ist fassungslos ob der Pracht. Leider drängen andere Gruppen nach, so dass nur wenige Minuten zum Betrachten bleiben. Aber der Eindruck ist schon überwältigend, kein Foto kann dies nachzeichnen.
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| Katharinenpalast Kirche | Aussenansicht | Treppenhaus | Ballsaal |
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| Esszimmer mit Kamin | Bernsteinzimmer | Bernsteinzimmer | Aussenansicht mit Garten |
Gdansk (Danzig)
Nach den 2 Tagen in St. Petersburg ging die Reise zurück durch die Ostsee nach Gdynia, dem früheren Gotenhafen. Dieser Ort liegt etwas nördlich von Gdansk (Danzig) und ist einer der wichtigsten Hafen-und Industriestandorte Polens. Von hier aus haben wir eine Busfahrt nach Gdansk unternommen, verbunden mit einem Orgelkonzert in der berühmten Kathedrale von Oliwa. Die wunderschön restaurierten Häuser von Gdansk waren sicher nach St. Petersburg das Highlight der Reise, ein Bummel durch die Innenstadt zeigte uns, wie man alte Bausubstanz nach dem Krieg wieder aufbauen und pflegen kann. Danzig war zu 60% zerstört. Die Polen sind sicher Meister im Restaurieren. Der Unterschied zu westlichen Städten ist schon sehr gering, so weltoffen und europäisch erscheint einem diese Stadt.
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Bürgerhäuser |
Bürgerhäuser |
schöne Details |
| Tor zur Innenstadt | |||
schöne Details |
das Krantor |
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Blick ins das Kirchenschiff |
| Kathedrale von Oliwa |
Um 15.30 legte unsere A`ROSA BLU ab und am 14.Juni erreichten wir morgens wieder Warnemünde. Eine schöne Seereise mit vielen Eindrücken und Erlebnissen ging zu Ende. Was uns auch gut tat: ausser einigen Schickimickies an Bord konnte man sich leger in Freizeitkleidung bewegen, die Krawatte blieb im Koffer. Das Schiff ist eine Empfehlung wert, wenn man relaxed und ohne Zwänge eine Seereise machen will. Am letzten Abend gab es noch einen Sektempfang des Kapitäns Dr. Huppert, erwähnenswert sind auch noch das Bordkino mit aktuellen Filmen und das grosse Theater, das fast jeden Abend zur Showbühne wurde durch ein professionelles Entertainment Team. Auch ja, so erst die Sache auch ist, aber bei der Seenotrettungsübung am zweiten Tag gab es viel Gelächter, weil jeder Passagier mit seiner Schwimmweste zum jeweiligen Treffpunkt (Musterstation) eilte. Die Orte der Landausflüge wurden sehr gut mit Lichtbildern beschrieben vom Autor und Fotograf Jörg Trobitzsch, der im Bordkino 3 informationsreiche Vorträge hielt.